Reizdarmsyndrom – Mythos oder Wahrheit?

Aktuelles vom: Donnerstag - 10 Oktober 2019

Das Reizdarmsyndrom wird immer häufiger thematisiert und es wird immer präsenter.

Es gibt kaum einen Menschen in Deutschland, der das Wort noch nicht kennt. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass unser Darm immer besser erforscht wird, immer mehr Aufgaben werden ihm zugeschrieben, immer mehr Erkrankungen auf seine Fehlfunktionen zurückgeführt. Auch unser Darmmikrobiom wird zunehmend erkannt, Bakterienstämme werden isoliert und ihnen bestimmte Funktionen zugeschrieben. Was hat das Wissen mit dem Phänomen Reizdarm zu tun?

Blähungen, Bauchschmerzen, Krämpfe, Durchfall und/oder Verstopfung…. alles Symptome, die den Betroffenen das Leben schwer machen. Man ist abgeschlagen, häufig erschöpft. Es entwickeln sich auch Mikroentzündungen im Darmbereich, die nicht erkannt werden. Klinische Diagnostik zeigt in den meisten Fällen keine organischen Veränderungen, man hat also laut Diagnose nichts. Oft liegt eine Vielzahl an Untersuchungen vor, die rein keinen Befund gebracht hat. Bilden Sie sich dann alles ein? 

Dem ist nicht so. Man hat herausgefunden, dass der Darm bei betroffenen Patienten eine Dysbiose aufweist (gestörtes Darm-Mikrobiom). Der Darm ist eng mit der Psyche verbunden. Treten z.B. Stress, Angst, Nervosität auf, so kommt es zu einer zusätzlichen Reizung des eh sehr empfindlichen und gestörten Darms vor. Zusätzlich kann er durch bestimmte Nahrungsmittel stark gereizt werden. All diese Faktoren führen in der Summe zu den sehr unangenehmen und schmerzhaften Symptomen, die den Alltag stark belasten. 

Was kann der Betroffene tun? Als erstes kann ein Symptom-Tagebuch geführt werden. Darin trägt man die Symptome und deren Stärke, die Tagesstimmung und Besonderheiten (bestimmtes Essen, Medikamente, Stress, Belastung, Aktivitäten) ein. Eine FODMAP – arme Diät sollte eingehalten werden. Es empfiehlt sich zudem die 4 wöchige Einnahme von Probiotika. Allerdings sollten sie so gewählt werden, dass die für den Reizdarm richtigen Bakterienstämme enthalten sind. 

Reizdarmsyndrom ist also kein Mythos. Es ist für die Betroffenen ein riesiges, unangenehmes und wahres Problem. Dank der heutigen Forschung kann die Symptomatik aber stark herabgesetzt werden! 

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